Berufliche Aus- und Weiterbildung in den Fokus rücken – der Tag der Weiterbildung
Bereits seit 2009 veranstalten wir jährlich den Tag der Weiterbildung. Uns ist es ein Anliegen das Augenmerk der Öffentlichkeit verstärkt auf Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum persönlichen und unternehmerischen Fortschritt, aber auch als Triebkraft des volkswirtschaftlichen Wettbewerbsfaktors Österreichs zu richten.
Am Tag der Weiterbildung präsentieren wir die von uns initiierte jährliche Weiterbildungsstudie, geben Raum für persönlichen Austausch und diskutieren Themenbereiche, die die Branche beschäftigen, verändern und antreiben. Wir richten uns an Politik, Wissenschaft, Medien und Unternehmen und rücken so gemeinsam die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie die Wichtigkeit des lebenslangen Lernens in den Fokus.
Tag der Weiterbildung 2026: Weiterbildung als Motor für Europa
Am 1. Juni 2026 fand der 18. Tag der Weiterbildung im Haus der Europäischen Union in Wien statt. Unter dem Motto „Chancenmodus – Weiterbildung als Motor für Europa“ diskutierten Expert:innen aus Bildung, Wirtschaft und Politik über die Rolle von Weiterbildung für die Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Österreich.
Bereits in der Begrüßung betonten Georg Pfeifer und Christian Bayer die Bedeutung von Weiterbildung als Schlüssel für Innovation, Beschäftigungsfähigkeit und wirtschaftliche Resilienz. Besonders hervorgehoben wurde die enge Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Sozialpartner:innen und politischen Akteur:innen, um aktuellen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Gleichzeitig wurde allen Menschen in der Weiterbildungsbranche für ihr tägliches Engagement, ihre Expertise und ihren Beitrag zur Entwicklung von Kompetenzen und Zukunftschancen gedankt.
Weiterbildungsstudie 2026 zeigt klare Trends
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Präsentation der Ergebnisse der repräsentativen Weiterbildungsstudie 2026 durch Ulli Röhsner von MAKAM Research. Befragt wurden 200 HR-Verantwortliche und Geschäftsführer:innen österreichischer Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Weiterbildung gewinnt weiter an Bedeutung. 68 % der Unternehmen erwarten, dass die Relevanz von Weiterbildung in den kommenden Jahren weiter steigen wird.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stehen dabei klar im Fokus. Sie gelten mit 68 % als wichtigste Weiterbildungsthemen, gefolgt von Persönlichkeitsentwicklung (47 %) sowie Management und Unternehmensführung (42 %).
Auch die Investitionsbereitschaft bleibt stabil: 31 % der Unternehmen erhöhen ihr Weiterbildungsbudget für 2026, während 43 % es konstant halten.
Ein weiterer Trend zeigt sich bei den Lernformaten: Klassische Präsenztrainings gehen zurück (46 %), während digitale Lernformen (30 %) und Blended Learning (21 %) weiter an Bedeutung gewinnen.
Besonders deutlich ist auch der Stellenwert von Künstlicher Intelligenz: 80 % der HR-Verantwortlichen bewerten KI positiv, und der konkrete Weiterbildungsbedarf reicht von Grundlagenwissen über strategische Anwendungen bis hin zu rechtlichen Rahmenbedingungen wie dem AI Act und Datenschutz.
Alle Ergebnisse der Weiterbildungsstudie lesen Sie hier.
Weiterbildung als europäische Zukunftsfrage
Erstmals wurde in der Studie auch die europäische Dimension der Weiterbildung stärker beleuchtet. Die Ergebnisse zeigen, dass Weiterbildung als zentraler Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Kontext gesehen wird, viele europäische Programme jedoch noch zu wenig bekannt sind.
Im Anschluss diskutierten Monika Kovacs, Gladysmay Regalado und Johannes Sokopp im von Ivana Ostojic Brenner moderierten Panel „Chancenmodus – Weiterbildung als Motor für Europa“ über die Rolle von Weiterbildung für Europas Zukunft. Im Fokus standen Wettbewerbsfähigkeit, Fachkräftesicherung und die Frage, wie europäische Bildungsinitiativen stärker genutzt werden können.
Best-Practice-Beispiele aus der Praxis
Wie Weiterbildung konkret wirkt, zeigten Mitglieder der Plattform Erwachsenenbildung anhand ausgewählter EU-geförderter Projekte. Vorgestellt wurden „AI Act(ing) in Adult Education“ von Rene Foidl, „Back on Track“ von Viktoria Vadai-Nagy sowie „Social Impact Manager“ von Daniel Noppinger.
Die Beispiele verdeutlichten, wie vielfältig Weiterbildung eingesetzt wird, um aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu adressieren.
Europäische Bildungsinitiativen im Fokus
In seiner Keynote „Bildungsinitiativen in Europa“ gab Europaabgeordneter Hannes Heide Einblicke in aktuelle Entwicklungen auf europäischer Ebene. Dabei standen insbesondere grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie die Bedeutung von lebenslangem Lernen für die Zukunft Europas im Mittelpunkt.
Weiterbildung als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit
Im zweiten Panel „Wirtschaftsstandort Österreich – Mit Weiterbildung zur Zukunftsfitness“ diskutierten Martin Röhsner, Ronald Bieber, Nina Fietz und Georg Konetzky über die Kompetenzen, die künftig entscheidend sein werden. Moderiert wurde das Panel durch Nikolaus Koller. Während der Diskussion wurde deutlich, dass insbesondere Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und kontinuierliche Weiterbildung zentrale Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen sind.
Beim anschließenden Get-together nutzten die Teilnehmer:innen die Gelegenheit zum Austausch und Networking. Der Tag der Weiterbildung 2026 machte einmal mehr deutlich: Weiterbildung ist weit mehr als Wissensvermittlung – sie ist ein zentraler Motor für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Entwicklung.
