Ivana Ostojic Brenner und Monika Kovacs widmen sich im Jahrbuch „Mit Weiterbildung in den Chancen-Modus!“ der Frage, wie Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll in der beruflichen Bildung eingesetzt werden kann, insbesondere in der Arbeit mit benachteiligten Gruppen.
KI-Systeme sind längst in der Bildungs- und Arbeitswelt angekommen. Laut OECD gelten KI-Fähigkeiten mittlerweile als „kritische Kompetenz“, und ein wachsender Anteil von Arbeitsplätzen ist zumindest teilweise KI-unterstützt. Doch nicht alle profitieren gleichermaßen von dieser Entwicklung.
Aus ihrer langjährigen Praxis in der Erwachsenenbildung zeigen die Autorinnen: Marginalisierte Gruppen wie Frauen, ältere Lernende oder Migrant:innen sind häufig mehrfach benachteiligt – durch geringe digitale Grundkompetenzen, eingeschränkten Zugang zu Technik und fehlendes Selbstvertrauen. Ohne bewusste Gestaltung droht eine neue Form der digitalen Ausgrenzung.
Ihr zentrales Anliegen ist daher klar: KI soll Trainer:innen nicht ersetzen, sondern entlasten. Sie verstehen KI als unterstützendes Werkzeug, das administrative Aufgaben erleichtert und personalisierte Lernangebote ermöglicht – um mehr Raum für individuelle Begleitung zu schaffen. Denn Fragen nach Motivation, Selbstzweifeln oder kulturellen Barrieren lassen sich nicht automatisieren.
Mit ihrem Ansatz „Roots to Grow and Wings to Fly“ verbinden sie technologische Innovation mit emotionaler Stabilisierung. Trainer:innen werden zu Lernbegleiter:innen, die digitale Kompetenzen ebenso stärken wie Resilienz, Selbstwirksamkeit und soziale Fähigkeiten.
Der Beitrag macht deutlich: Technologische Transformation darf nicht ohne soziale Verantwortung gedacht werden. Zukunftsfähige Weiterbildung bedeutet, digitale Möglichkeiten klug zu nutzen – und dabei den Menschen konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.

