Recap: Tag der Weiterbildung 2026

Christian Bayer, Sprecher der Plattform Erwachsenenbildung, und Georg Pfeifer eröffneten den 18. Tag der Weiterbildung im Haus der Europäischen Union in Wien.

In ihrer Begrüßung betonten sie die zentrale Bedeutung von Aus- und Weiterbildung für die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und Europas. Gerade in Zeiten großer Veränderungen brauche es die Bereitschaft, voneinander zu lernen, erfolgreiche Projekte sichtbar zu machen und Weiterbildung als chancenorientiertes Zukunftsthema zu verstehen.

Daniel Noppinger, Mitarbeiter der Plattform Erwachsenenbildung, führte durch die Veranstaltung.


Weiterbildungsstudie 2026: Weiterbildung gewinnt weiter an Bedeutung

Das zentrale Highlight war die Präsentation der Weiterbildungsstudie 2026 durch Ulli Röhsner (MAKAM Research). Befragt wurden 200 HR-Verantwortliche und Geschäftsführer:innen österreichischer Unternehmen ab 20 Mitarbeiter:innen.

Die Ergebnisse zeigen:

  • 68 % der Unternehmen erwarten, dass die Bedeutung von Weiterbildung weiter zunimmt.
  • Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind mit 68 % die wichtigsten Weiterbildungsthemen.
  • 31 % der Unternehmen erhöhen ihr Weiterbildungsbudget, weitere 43 % halten es konstant.
  • Digitale Lernformen und Blended Learning gewinnen weiter an Bedeutung.
  • 80 % der HR-Verantwortlichen stehen Künstlicher Intelligenz positiv gegenüber.
  • 80 % sehen Weiterbildung als wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens im europäischen Marktumfeld.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie stehen hier zum Download bereit.


Weiterbildung als Motor für Europa

Im Panel „Chancenmodus – Weiterbildung als Motor für Europa“, moderiert von Ivana Ostojic Brenner, diskutierten Monika Kovacs, Gladysmay Regalado und Johannes Sokopp über die Zukunft der Weiterbildung auf europäischer Ebene.

Ein zentrales Thema war die Frage, wie Weiterbildung stärker als strategischer Hebel genutzt werden kann. Noch werde sie häufig punktuell betrachtet, obwohl sie entscheidend für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Europas sei.

Besonders hervorgehoben wurde, dass fehlende Fachkräfte und Kompetenzen nur durch gezielte Weiterbildung aufgebaut werden können. Die europäische Ebene spiele dabei eine zentrale Rolle: Der Austausch von Best Practices, das gemeinsame Lernen und die bessere Nutzung bestehender Potenziale wurden als wesentliche Erfolgsfaktoren genannt.

Gleichzeitig wurde betont, dass es bereits zahlreiche Initiativen auf EU-Ebene gibt und die Investitionen in Weiterbildung im europäischen Vergleich positiv zu bewerten sind. Dennoch brauche es weitere Schritte, insbesondere bei der Entbürokratisierung von Förderungen und einer stärkeren Ausrichtung an den tatsächlichen Bedarfen von Unternehmen und Lernenden.

Ein weiterer zentraler Aspekt war die Bedeutung von Lernfähigkeit als Zukunftskompetenz: Offenheit für Neues, kritisches Hinterfragen und das aktive Gestalten von Veränderung wurden als entscheidende Fähigkeiten in einer dynamischen Arbeitswelt hervorgehoben.


Best-Practice-Beispiele aus der Erwachsenenbildung

Drei Projekte aus dem Netzwerk der Plattform Erwachsenenbildung zeigten, wie Weiterbildung konkrete Herausforderungen adressiert:

AI Act(ing) in Adult Education

Rene Foidl stellte ein europäisches Projekt vor, das Erwachsenenbildner:innen beim verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz unterstützt. Im Fokus stehen Kompetenzaufbau, Datenschutz, Ethik sowie die Umsetzung des AI Acts in der Bildungspraxis.

Back on Track

Viktoria Vadai-Nagy präsentierte ein Projekt zur Reintegration junger Menschen aus ländlichen Regionen in Bildung, Training und Arbeitsmarkt. Die wichtigste Erkenntnis: Erfolgreiche Integration beginnt mit Vertrauen, persönlicher Begleitung und praxisnahen Lernangeboten.

Social Impact Manager

Daniel Noppinger stellte das Projekt Social Impact Manager vor, das Unternehmen und lokale Gemeinschaften miteinander vernetzt. Bereits 124 Social Impact Manager:innen wurden ausgebildet, 54 Organisationen eingebunden und rund 40 lokale Projekte umgesetzt.


Bildungsinitiativen in Europa

In seiner Keynote „Bildungsinitiativen in Europa“ sprach Hannes Heide über die Bedeutung von Bildung und Weiterbildung für die Zukunft Europas.

Er betonte, dass Bildung zwar überwiegend in der Verantwortung der Mitgliedstaaten liegt, gleichzeitig aber ein zentraler Schlüssel für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Europas ist. Angesichts geopolitischer Herausforderungen und technologischer Veränderungen brauche es verstärkte Investitionen in Wissen, Kompetenzen und Qualifizierung.

Besonders hob Heide die Bedeutung europäischer Programme wie Erasmus+ hervor, die lebenslanges Lernen von der Schule bis zur Erwachsenenbildung unterstützen. Lebenslanges Lernen sei ein Kernbestandteil des europäischen Sozial- und Wirtschaftsmodells und eine wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit Europas.


Wirtschaftsstandort Österreich: Zukunftsfitness durch Weiterbildung

Im Panel „Wirtschaftsstandort Österreich – Mit Weiterbildung zur Zukunftsfitness“ diskutierten Georg Konetzky, Martin Röhsner, Nina Fietz und Ronald Bieber über die Auswirkungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auf Unternehmen, Mitarbeiter und das Bildungssystem.

Ein zentrales Thema war der Wandel der Weiterbildung: Neben der Vermittlung von Wissen gewinnen Beratung, Begleitung und Change Management zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig wurde betont, dass Ängste gegenüber Künstlicher Intelligenz durch Kompetenzaufbau, transparente Kommunikation und aktive Einbindung der Mitarbeiter abgebaut werden müssen.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass Investitionen in Bildung und Weiterbildung zu den wichtigsten Zukunftsinvestitionen zählen. Ebenso wichtig seien geeignete Rahmenbedingungen und Förderungen, um Weiterbildung für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.

Darüber hinaus wurde die Bedeutung digitaler Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen hervorgehoben. Weiterbildung wurde dabei als entscheidender Faktor gesehen, um den Wirtschaftsstandort Österreich langfristig wettbewerbsfähig und zukunftsfit zu halten.


Fazit: Weiterbildung als Zukunftsstrategie

Der Tag der Weiterbildung 2026 hat gezeigt, dass Weiterbildung weit mehr ist als Wissensvermittlung. Sie ist ein zentraler Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Weiterbildungsstudie 2026 bestätigt den steigenden Stellenwert von Weiterbildung in Unternehmen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam bewältigt werden können – durch Investitionen in Bildung, europäische Zusammenarbeit und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.

Unter dem Leitgedanken „Weiterbildung von & miteinander lernen“ setzte die Veranstaltung damit ein starkes Zeichen für die Zukunft der Weiterbildung in Österreich und Europa.

Recap: Tag der Weiterbildung 2026
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