In Ihrem Beitrag „Weiterbildung im TMW darf/soll Spaß machen“ aus dem Jahrbuch Weiterbildung 2025 „Mit Weiterbildung in den Chancen-Modus!“ beschreibt Karin Skarek, wirtschaftliche Geschäftsführerin des Technischen Museums Wien (TMW), wie Erwachsenenbildung auch außerhalb klassischer Kursformate wirksam, niederschwellig und mit Freude gelingen kann.
Im Zentrum ihres Beitrags steht das techLAB, der Maker Space des TMW. Dieser offene Lern- und Experimentierraum wird monatlich von über 1.000 Besucher:innen aller Altersklassen genutzt und ermöglicht es Besucher:innen, neue Technologien selbst auszuprobieren, digitale Kompetenzen aufzubauen und kreative Problemlösungsfähigkeiten zu entwickeln.
Lernen durch Ausprobieren und Mitgestalten
Das techLAB versteht sich nicht als klassische Weiterbildungseinrichtung, sondern als informeller Lernort. Ausgestattet mit 3D-Druckern, Lasercuttern, Mikrocontrollern, Nähmaschinen und weiteren Werkzeugen können eigene Ideen umgesetzt und technische Fertigkeiten praxisnah erlernt werden. Dabei steht nicht das perfekte Beherrschen von Technologien im Vordergrund, sondern ein prozessorientiertes Lernen, das Kreativität, Kooperation und Verständnis fördert.
Ein zentrales Erfolgsprinzip ist die Niederschwelligkeit: Einfache Einstiegsprojekte, offene Nachmittagsangebote ohne Buchung sowie begleitete Workshops ermöglichen den Zugang auch ohne Vorkenntnisse. Geschulte Explainer:innen unterstützen die Nutzer:innen als Coaches und schaffen eine Lernatmosphäre, die von Offenheit, Respekt und Ermutigung geprägt ist.
Gendersensible Vermittlung und Zukunftskompetenzen
Ein besonderer Fokus liegt auf gendersensibler Vermittlung. Das techLAB wurde im Rahmen eines FEMtech-Projekts entwickelt und verfolgt das Ziel, Technikaneignung für alle Geschlechter zugänglich zu machen. Die Explainer:innen fungieren dabei bewusst als Rollenmodelle und tragen dazu bei, stereotype Zuschreibungen aufzubrechen.
Der Beitrag zeigt zudem, dass informelle Lernsettings einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Zukunftskompetenzen leisten können. Der Umgang mit digitalen Technologien, kreatives Denken, Problemlösung, Kommunikation und Zusammenarbeit werden durch das praktische Tun gefördert – Kompetenzen, die im digitalen Wandel zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Weiterbildung mit Fun-Faktor und Wirkung
Seit der Eröffnung im Jahr 2018 haben rund 100.000 Besucher:innen aller Altersgruppen das techLAB genutzt. Der Erfolg unterstreicht, dass Weiterbildung auch in Freizeitkontexten stattfinden kann und dort besonders wirksam ist, wo Lernen mit positiven Erfahrungen verbunden wird.
Das Technische Museum Wien zeigt mit dem techLAB eindrucksvoll, wie Museen zu zeitgemäßen Orten lebenslangen Lernens werden können – offen, inklusiv und praxisnah.
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